Die Raumpsychologie beschäftigt sich mit der

Wechselwirkung zwischen Mensch und Lebensraum.

 

In den Strukturen und Mustern einer Wohnung oder eines Hauses zeigen sich Elemente, die das Erleben und Wirken BewohnerInnen sehr deutlich abbilden.

Wir Menschen leben archetypisch Themen wie Urvertrauen und Wissen, Beziehung, Liebe, Visionen, Werte, Kommunikation, Regelbewusstsein, Kreativität etc.
Unser gesamtes Leben und Erleben bildet sich in den Strukturen des Wohnens ab: unser Lebensweg von der Vergangenheit über die Gegenwart bis in die erwartete Zukunft hinein sowie natürlich die aktuelle Lebensweise und das Lebensgefühl.

All das vorhin Genannte spiegelt sich im gewählten Grundriss, in der Anordnung der Räume und ihrer Nutzungen (ähnlich wie in einer psychologischen Aufstellung).

 

Viel weniger an unserem Leben ist „zufällig“, als man gemeinhin glaubt.
Im Gegenteil, aufgrund ihrer Prägungen geht jede Person auf ganz individuelle, spezifische Weise mit den Gegebenheiten ihrer Umwelt „in Resonanz“.

 

Und: Jeder Mensch hinterlässt bedeutsame und erkennbare Zeichen seiner Persönlichkeit in seinem Tun, in der Art, wie er seine (Wert-)Vorstellungen kommuniziert – und auch in der Art, wie sein Lebensraum beschaffen und gestaltet ist.
Im weiteren Sinne gilt das dann auch für Gruppen wie WGs oder Familien.

 

Aber nicht immer haben wir die Möglichkeit, unseren Lebens-/Wohnraum selbst zu wählen. Als Kinder sind wir den Bedingungen unterworfen, in denen wir aufwachsen. Auch später führen mitunter Sachzwänge etc. dazu, dass wir in Wohnumgebungen landen, die unseren Bedürfnissen und Werten/Zielen nicht optimal entgegenkommen.

Und so schafft umgekehrt das Aufwachsen und Leben in diesem oder jenem Lebensraum Ge-wohn-heiten und beeinflusst unsere Ideen von der Welt.
(Zu unserem Lebensraum gehören übrigens nicht nur die Wohnräume des eigenen Zuhauses, sondern auch die Landschaft und das bebaute Umfeld, ob Stadt oder Dorf.)

Aus der Kindheit bekannte Wohnmuster werden z.B. oft über mehrere Wohnungswechsel „mitgeschleppt“, wobei das den Betroffenen in den meisten Fällen gar nicht bewusst ist, ebensowenig, ob diese Wohngewohnheiten für sie  förderlich oder eher beeinträchtigend wirken.

Oft wiederholen sich über die Lebensspanne die Größe und Anordnung der Räumlichkeiten in der Wohnung (etwa ein winziges Bad für eine pflichtgemäße, aber wenig genussvolle Körperpflege oder eine weit vom Essplatz entfernte Küche, sehr kleine Kinderzimmer etc.).

 

Die Raumstrukturen und -nutzungen können wir in der Raumpsychologie in Bezug setzen mit den archetypischen Lebensthemen, die sich in unserem Leben meist unbewusst ausdrücken. Das lässt Schlüsse darüber zu, welche Werte und Glaubenssätze uns antreiben, stärken – oder aber uns behindern in unser Lebensführung. Dadurch können wir uns bewusst machen, in welchen Bereichen es etwas aufzuarbeiten, loszulassen gibt.

 

Auch die Farbgebung (sei es Colour-Blocking, Schwarz-Weiß oder Ton-in-Ton- bis erdig unauffällig), die Beleuchtung (von undurchdringlicher Düsternis bis zu tagheller Ausleuchtung jeden Winkels), die Wahl und Zusammenstellung der symbolischen Elemente in den Materialien (Erde Holz, Feuer, Metall, Wasser) kann darauf hindeuten, ob ein Lebensthema aus dem Takt oder Gleichgewicht geraten ist … vielleicht seit jeher oder durch eine belastende Lebenserfahrung „erworben“.

 

Symbolhafte Gegenstände im Wohnraum sprechen ebenfalls von den Wertvorstellungen und Sehnsüchten der Menschen. Diese sinnvollen und hilfreichen Zeichen veranschaulichen unbewusste Inhalte oder Werte, die für uns hohe Bedeutung haben. 

 

Im Rahmen der LebensRaumBeratung geht es natürlich nicht nur darum, verborgene Lebensprägungen aufzudecken, sondern vor allem darum, Veränderung zum Positiven zu ermöglichen!

Jede Beratung ist immer am Anliegen und einem konkreten Ziel der betroffenen Person orientiert. Sie entscheidet sich für Veränderung, die Beraterin begleitet sie durch zielführende Fragen und Beratungs-Methoden auf dem Weg hin zu neuen Sichtweisen und Handlungsspielräumen.

Gemeinsam werden Möglichkeitsräume erkundet und schließlich individuell passende Lösungen ausgewählt und Veränderungsschritte eingeleitet.

 

Dann geht es ans Umsetzen der gewählten Lösung(en) in der täglichen Praxis.

Dabei können Symbole eine große Hilfe darstellen – sie erinnern uns bei jedem Mal Hinschauen daran, was wir bedenken oder fühlen oder tun können und helfen uns so dabei, neue, hilfreiche Gedanken, Gefühle oder Handlungen zu Gewohnheiten werden zu lassen.

 

Anders als in manchen direktiven Ablegern der fernöstlichen Wohnlehre gehe ich davon aus, dass jeder Mensch hilfreiche Bilder in sich trägt und daher am besten selbst solche Symbole als Erinnerungsanker für sich wählt, die ihn bei der Festigung neuer Denk- und Verhaltensweisen unterstützen.
Zumal die Symbole aus dem fernen asiatischen Raum bei uns durchaus anders wahrgenommen werden können und traditionell mit teils sogar bedrohlichen Bedeutungen aufgeladen sind (z.B. Drache). Auch wenn die Grundgefühle bei allen Menschen weltweit gleich sind, so sind doch regional gewachsene Traditionen nicht eins zu eins zwischen den Kulturen übertragbar.

 

Die europäische Raumpsychologie stützt sich hauptsächlich auf Erkenntnisse über die Entwicklung des Wohnens vor allem aus unserem Kulturraum. 

Beginnend mit der Einraumwohnung (= Höhle, Zelt) als ursprünglichste Wohnform  über die Dreiraumwohnung der Römer hin zu einer Neun-Felder-Struktur von Bauernhäusern ab dem Mittelalter.
Letztere spiegeln neun Ur-Lebensthemen in der Raumanordnung wider, die archetypisch, also grundlegend menschlich, sind.

Noch heute kann beobachtet werden, dass sich Menschen spontan in solchen alten Gebäuden wohl fühlen – vermutlich nehmen wir unbewusst die dem inneren Erleben des Menschen von seinem Sein und Wirken im Raum angemessene Raumordnung als ausgewogen und entspannend wahr.

 

Bei bestehenden Wohnungen oder Häusern wird es aufschlussreich sein, die Überlagerungen von gegebener Raumstruktur und Lebensthemen zu analysieren – welche Lebensthemen werden in welchen Räumen „aus“gelebt? Was lernen wir daraus bezüglich der persönlichen Prägungen, Gewohnheiten und Potenziale für die Zukunft. Was kann neu gedacht, welche stagnierenden Lebensmuster können verändert und welche problematischen Verstrickungen aufgelöst werden? Welche Ideen und Symbole helfen dabei?

 

Die LebensRaumBeratung birgt die Chance, altes, vielleicht jahrelang abgelagertes Leid und Überdruss aufzulösen und an dessen Stelle ungeahnte Potenziale und aktivierende Lebensfreude freizusetzen! – Hinschauen hilft!

 

Wer die Möglichkeit hat, ein Haus zu bauen, kann sich diese Erkenntnisse zunutze machen und den neuen Grundriss den bewährten wohltuenden Strukturen angleichen bzw. den eigenen Werten entsprechend entwerfen.

Doch natürlich soll auch dabei kein Dogma herrschen. Ziel ist es immer auch, die Raumanordnung und Maßstäbe in Einklang mit den heutigen und individuellen Bedürfnissen, Wünschen und Wertvorstellungen aller Mitwohnenden zu bringen.

 

Gönnen Sie sich das!

 

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